Traditionelle Jahrespressekonferenz des Porzellanikons (v.l.n.r.): Sabine Reichel-Fröhlich, Wilhelm Siemen, Direktor, Rosemarie Döhler, Vorsitzende des Fördervereins Porzellanikon e.V., Claudia Meißner, Petra Werner, Wolfgang Schilling, André Zaus Foto: Porzellanikon
Traditionelle Jahrespressekonferenz des Porzellanikons (v.l.n.r.): Sabine Reichel-Fröhlich, Wilhelm Siemen, Direktor, Rosemarie Döhler, Vorsitzende des Fördervereins Porzellanikon e.V., Claudia Meißner, Petra Werner, Wolfgang Schilling, André Zaus Foto: Porzellanikon

Porzellan-Highlights 2018

Im Rahmen der turnusmäßigen Jahreskonferenz hat das Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan über die Schwerpunkte und Highlights der Museumsarbeit im Jahr 2017 informiert und die Planungen für das laufende Jahr und die Weichenstellungen für 2019 vorgestellt.

Wilhelm Siemen, der Direktor des Porzellanikons, und die jeweils für einzelne Aufgabengebiete zuständigen Referenten führten sehr anschaulich und facettenreich durch die Ausstellungen, Aktionen, durch Forschung und museumspädagogische Aktivitäten, die dieses Haus als Leuchtturm der Museumslandschaft in Oberfranken attraktiv macht. In 2017 erzielte die Institution entsprechend positive Resonanz. Nicht zuletzt die Sonderausstellungen waren dabei ein wesentlicher Anker. Aber auch die internationale Vernetzung des Porzellanikons bewirkt immer wieder aufs Neue positive Ergebnisse, ob im Rahmen von Europaprojekten oder auch in seiner Zusammenarbeit mit China. Die vielfältige Arbeit dokumentiert auch der Jahresbericht 2017. Reich bebildert führt er auf über 100 Seiten vor Augen, was diese Institution und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten.

Drei Highlights in 2018

Das Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan ist mit seinen rund 10.000 qm Ausstellungsfläche Europas größtes Spezialmuseum für Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Porzellans einschließlich der Technischen Keramik. Sein seit 1984 aufgebauter Bestand an Porzellanen, Maschinen, technischer Keramik ist in dieser Ausrichtung zusammen mit Bibliothek und zentralem Branchen-Archiv einzigartige Basis für Forschung, Entwicklung, Dokumentation und Präsentation. Allerdings waren die Unterbringungsmöglichkeiten bisher sehr schwierig. Der Freistaat Bayern hat die Situation durch den Ankauf des einst zur 1969 stillgelegten Rosenthal Porzellanfabrik Bahnhof Selb in Selb-Plößberg gehörenden Gebäudebestandes entscheidend verbessert. Einschließlich der bereits in diesem Komplex zuvor angemieteten Flächen stehen nunmehr insgesamt rund 6000 qm als Depot für das wertvolle und teilweise einzigartige Kulturgut sowie der ebenso vorgesehenen „Minimanufaktur“ als museumspädagogischer zentraler Einrichtung und darüber hinaus eines vergrößerten Museumsshops mit deutlich verbessertem Sortiment zur Verfügung.

Präsentation der internationalen Aktivitäten

Direktor Wilhelm Siemen ging in seinem Rückblick auch sehr stark auf das laufende Europaprojekt „Ceramics and its Dimensions“ ein. Unter der Leitung des Porzellanikons beschäftigen sich seit mehr als drei Jahren 25 Partner aus elf Ländern mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Keramik in ihrer ganzen Vielfalt. Das aus Mitteln des EU-Förderprogramms „Kreatives Europa“ kofinanzierte Projekt vereint international führende Keramik-Museen, Hochschulen, Forschungsinstitute und Wirtschaftsunternehmen und wurde von der EU-Kommission als eines der 15 herausragenden Projekte im Rahmen einer Publikation zum Europäischen Jahr der Kultur 2018 in besonderer Weise gewürdigt. Den krönenden Abschluss des Projektes wird die Präsentation von dessen Ergebnissen auf einem Symposium in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin am 6. November darstellen.

Sonderausstellungen

Mit vier Ausstellungen thematisiert das Porzellanikon an seinen beiden Standorten geschichtliche und gesellschaftliche Aspekte des Porzellans und der Esskultur. Dabei werden jeweils unterschiedliche Schwerpunkte geleget. So wird in der Ausstellung „Dick. Dünn. Fett. Mager“ der teifgreifende Wandel der Dinge nachvollzogen, aus denen getrunken und von denen gegessen wird. Bei „Ausgelöffelt – Terrine, Teller, Tasse…“ liegt der Schwerpunkt auf der Größenveränderung und der Zusammensetzung von Servicen über die Jahre. Bereits der Titel der dritten Ausstellung, „Mahlzeit! Vom Herd auf den Tisch – Eine kleine Geschichte des Koch- und Backgeschirrs“, beschreibt die Intention der Schau, und „Berlin, Paris, London, New York, Beijing… – Eine Cool(e)-Tour des Speisens“ richtet den Blick auf die internationalen Essgewohnheiten und den dazu passenden Spezialgeräten. Zu dieser Ausstellung wird ein umfangreiches Rahmenprogramm angeboten.

www.porzellanikon.org