GfK-Marktstudie

Kaufkraft in Deutschland steigt 2017

Gute Aussichten für 2017. Laut der im Dezember 2016 vorgestellten GfK-Kaufkraftstudie für das Jahr 2017 wird die Pro-Kopf-Kaufkraft in Deutschland nominal um 1,7 % auf 22.239 Euro steigen. Die 25 einwohnerstärksten Kreise vereinen bereits ein Viertel der gesamtdeutschen Kaufkraft.

Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen prognostiziert eine Kaufkraftsumme von 1.827,5 Mrd. Euro für Gesamtdeutschland. Das sind nominal 2,9 % mehr als im Vorjahr. Das ergibt eine durchschnittliche rechnerische Pro-Kopf-Kaufkraft von 22.239 Euro, die die Deutschen im Jahr 2017 für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung haben.

Unter Kaufkraft versteht man das nominal verfügbare Netto-einkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld. Einerseits werden durch wachsende Löhne in vielen Branchen und die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt steigende Einkommen erwartet, was sich positiv auf die Kaufkraftentwicklung auswirkt. Andererseits wuchs die Einwohnerzahl Deutschlands von 2015 auf 2016 um 1,2 %. Daraus ergibt sich das Phä-nomen, dass die Kaufkraftsumme Deutschlands um 2,9 % deutlich wächst, aber die pro-Kopf-Kaufkraft mit +1,7 % nur moderat steigt. Wie viel vom nominalen Kaufkraftzuwachs real übrig bleibt, hängt von der Entwicklung der Verbraucherpreise in 2017 ab.
Auf Ebene der Bundesländer verändert sich wenig. Bei den Stadtstaaten ist eine positive Entwicklung in Berlin (2,0 % mehr Pro-Kopf-Kaufkraft) festzustellen. Hamburg und Bremen weisen mit +1,3 bzw. +1,1 % ein eher gedämpftes Wachstum auf. Die Rangfolge der Top 10 der Stadt- und Landkreise ist ebenfalls nahezu unverändert zum Vorjahr. Der Landkreis Starnberg ist wie in den Vorjahren der Kreis mit der höchsten Kaufkraft pro Kopf. Mit rechnerisch 32.194 Euro pro Kopf steht den Starnbergern rund 45 % mehr als dem Bundesdurchschnitt zur Verfügung. Der Stadtkreis München überholt den Main-Taunus-Kreis und kommt auf Rang 4. Der Landkreis Görlitz bildet mit 17.496 Euro pro Kopf weiterhin das Schlusslicht der 402 deutschen Kreise. Genau im Bundesdurchschnitt liegt der Landkreis Ahrweiler.